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Der Grand Canyon – immer eine Reise wert

Fast jedes Mal, wenn ich mich in Las Vegas bin, gehört ein Besuch des Grand Canyons einfach dazu. Für mich ist die 450 Kilometer lange Schlucht eines der wichtigsten Naturwunder auf der ganzen Welt. Ich habe schon viele Teile der Erde bereist, aber wenn ich vom Hubschrauber aus in das tiefe Tal blicke, zieht es mir jedes Mal eine Gänsehaut auf. Millionen von Jahren hat es gedauert, bis der Colorado River sich seinen Weg in das harte Gestein des Colorado-Plateaus fraß und uns dieses Naturspektakel hinterlassen hat.

Grand Canyon – Lebensraum seit tausenden Jahren

Wo auf der Welt findet man eine so umfassende und große unberührte Naturlandschaft wie in Colorado? Obwohl das Gelände für meine Begriffe unwegsam ist, besiedeln Menschen die Region schon seit mehr als 3000 Jahren. Die Ureinwohner jagten damals mit Speerspitzen und Funde belegen, dass sie schon Körbe herstellten und Sandalen trugen. Die damaligen Bewohner gehörten den Indianern an und werden als Desert Culture bezeichnet. Rund 1000 Jahre später folgten die Anasazi. Sie hausten in den mächtigen Felswänden. Ähnlich wie die Inka in Südamerika verschwanden sie jedoch plötzlich von der Bildfläche und bis heute weiß niemand, was mit ihnen passiert ist. Im Jahr 1540 betrat mit dem Spanier Garcia Lopes de Cardenas erstmals ein Europäer den Boden des Grand Canyons, allerdings wurde die Region damals als nicht „eroberungswürdig“ eingestuft und geriet für 200 Jahre in Vergessenheit. Ganz auf dem Wasserweg durchquert wurde der Grand Canyon erstmals durch John Wesely Powell im Jahr 1869. Er gilt auch als Namensgeber und fertigte wertvolles Kartenmaterial an. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte die US Regierung, dass es sich beim Grand Canyon um ein einzigartiges Naturwunder handelt, das es zu bewahren gilt. Hier die Schritte zu einem weltweit bekannten und anerkannten Naturwunder:

  • 1908 Präsident Roosevelt ernennt den Grand Canyon zum National Monument
  • 1919 als Nationalpark unter Schutz gestellt
  • 1975 letzte Erweiterung – aktuell ist der Park 4900 Quadratkilometer groß
  • 1979 Aufnahme als UNESCO Weltnaturerbe

Was musst du vor dem Besuch des Grand Canyons wissen?

Wie bei jedem in der Ferne liegenden Urlaubsziel befasste ich mich vor meiner ersten Reise zum Grand Canyon mit den klimatischen Verhältnissen. Von November bis März ist es in der Schlucht klirrend kalt, es werden Minusgrade erzielt. Im Jänner ist es mit einer Durchschnittstemperatur von minus 9 Grad am Kältesten. Von Mai bis September hingegen herrscht angenehmes Ausflugswetter mit Werten um 20 Grad. Da der Grand Canyon so lange ist, gibt es natürlich gravierende Unterschiede: Während am nördlichen Rand während der kalten Jahreszeit bis zu 5 Meter Schnee fällt, gibt es im Süden weniger Niederschlag. Außerdem solltest du wissen, dass der Grand Canyon seinen Ureinwohnern, also den Indianerstämmen vorbehalten ist. Du darfst den Boden der Schlucht also nicht betreten. Du solltest auch keine Drohnen über dem Grand Canyon fliegen lassen und wirklich alles vermeiden, was nicht klipp und klar erlaubt ist. Trotzdem kannst Du den Reiz des Grand Canyon kennenlernen. Zum Beispiel am Grand Canyon Skywalk beim Erlebnispark am Westrand bei den Hualapai Indianern. Dort wurde auf einem Vorsprung eine Plattform mit gläsernen Geländern und Bodenplatten errichtet. Du fühlst dich, wie wenn über der Schlucht schwebst. Sensationell ist die Aussicht auf den 2 Kilometer entfernten Colorado River.

Mit dem Hubschrauber in den Grand Canyon

Ich war schon einige Male in Colorado, einen Hubschrauberflug über den Grand Canyon lasse ich mir nur selten entgehen. Mit Maverick-Helicopters startest du von Las Vegas über den Hoover Damm und wirst gleich in den Bann des Grand Canyon gezogen. Der Flug, den ich zuletzt buchte, dauerte ungefähr 45 Minuten. Den Hubschrauber teilte ich mir mit 6 anderen Passagieren und natürlich dem Piloten. Bezahlt habe ich ungefähr 400 Dollar, wobei jede Minute diesen Preis wert war. Nach allem was ich dir bisher über den Grand Canyon erzählt habe, wird dich sicher überraschen, dass du einige Helikopter am Boden der Schlucht beobachten kannst. Das liegt daran, dass selbst Indianer für Geld so manches tun, was deren heiligen Böden und deren Vorfahren eigentlich nicht erlauben würden. Ganz tief unten wird zahlenden Gästen sogar ein Picknick serviert und auch das Aufheben von Milliarden alten Steinen wird nicht bestraft. Aber auch wenn du den ganz normalen Rundflug buchst, wirst du mit bleibenden Eindrücken nach Hause kommen. Unter dir tun sich sensationelle Ausblicke auf den Hoover Dam, Leak Mead und Fortification Hill auf. Du hast das Gefühl, dass die Gesteinsschichten alle in einer anderen Farbe strahlen.

Fazit

Wenn es dich an die Westküste der Vereinigten Staaten führt, plane am besten einen Besuch des Grand Canyons mit ein. Der Hubschrauberflug über die weite Schlucht wird dich garantiert beeindrucken. Lass dir vom Piloten etwas über die Geschichte und Entstehung des Naturwunders erzählen. Immerhin hat es Millionen von Jahren gedauert, bis das weltberühmte Tal in seiner jetzigen Form entstand.