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Abenteuer Extremsport

Wenn du so wie ich immer den ultimativen Kick suchst, hast du womöglich auch schon einmal Extremsportarten ausprobiert. Ich suchte viele Jahre beim Paragleiten und beim Klettern die ganz besondere Herausforderung. Doch wie viele andere Sportler musste auch ich am eigenen Leib erfahren, dass Mut nicht immer belohnt wird. Ganz im Gegenteil, bei mir kam es zu schwerwiegenden Verletzungen. Ich möchte die Zeit nicht missen, wo Extremsport ein so wichtiger Bestandteil meines Lebens war. Allerdings konnte ich mich nach meinen beiden schweren Unfällen nicht mehr wirklich dazu überwinden, an mein Limit zu gehen.

Was macht die Faszination von Extremsport aus?

Um diese Frage beantworten zu können, musste ich mich mit meiner Vergangenheit und mit meinem Charakter auseinandersetzen. Warum geht es für einige nur um schneller-höher-weiter, während andere ganz zufrieden ihren Feierabend vor dem Fernseher verbringen und sich am liebsten gar keinem Risiko aussetzen? Extremsport assoziiere ich persönlich mit folgenden Eigenschaften:

  • Mut
  • Ausdauer
  • Kraft
  • Risikobereitschaft
  • Furchtlosigkeit
  • Abenteuerlust
  • Neugierde

Schon als Kind galt ich als Abenteurer, ich war ein Kind, das nie still sitzen konnte. Damit trieb ich meine Eltern mitunter zur Weißglut. Und auch als Erwachsener brauche ich immer einen Ausgleich zum Alltag. Gerne probiere ich Neues aus und keine Herausforderung ist mir zu große. Ich liebe es, an meine Grenzen zu gehen. Für viele ist Extremsport auch die einzige Möglichkeit um aus dem Alltag auszubrechen. Aufstehen, Arbeiten, Einkaufen, Haushalt, Schlafen gehen – jeder Tag derselbe Trott, das macht Menschen wie mir schwer zu schaffen. Alles plätschert dahin, es gibt kaum Platz für Individualität. Nicht so beim Extremsport, hier bist du nicht in einem System eingepresst. Es geht um dich und was du in dem Moment leisten kannst. Du musst dich völlig auf deine Aufgabe fokussieren, jede Unachtsamkeit kann fatale Auswirkungen haben.

Warum ich Extremsport betrieb

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Besonders das Klettern und Paragleiten hatten es mir angetan. Und das nicht ohne Grund. Beim Klettern geht es um absolute Körperkontrolle. Egal ob du in einer Kletterhalle übst oder dich an die steilsten Felswände der Welt wagst, jeder Handgriff, jeder Schritt muss perfekt sitzen. Du hast keine Zeit darüber nachzudenken, warum du gestern im Business eine falsche Entscheidung getroffen hast  oder wann der nächste Vertragsabschluss fällig ist. Was zählt, ist das Hier und Jetzt. Ich war immer völlig in meiner Tätigkeit versunken, alles rundherum war für mich unwichtig. An besonders kniffeligen Wänden kann es dir schon einmal den Schweiß ins Gesicht treiben, weil dir das Adrenalin einschießt. Genauso ging es mir beim Paragleiten. Völlig schwerelos über die Landschaft zu segeln, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Unter Dir die endlosen Felder und Wiesen, du wirst nur vom Wind getragen. Auch bei dieser Sportart konnte ich alles um mich herum vergessen. Ich weiß nicht ob es Pech war oder ich einfach nicht fokussiert war, aber leider wurde meine Motivation durch zwei Unfälle getrübt. Ich landete beide Male im Spital und musste mich relativ komplizierten Operationen unterziehen. Danach war es mit meiner legendären Furchtlosigkeit vorbei. Während ich davor nicht an die Risiken dachte, war mir danach auf einmal klar, welch schwerwiegende Folgen kleine Unachtsamkeiten für das weitere Leben haben können.

Warum ich dennoch für den Sport plädiere

Obwohl ich mich nicht mehr in die schwierigsten Felswände begebe, versuche ich dennoch fit zu bleiben. Zu keiner anderen Zeit war mein Muskeltonus so gut wie in den Jahren, als ich jede freie Minute beim Training verbrachte. Vor allem wenn du viel Zeit hinter dem Computer und am Schreibtisch verbringst, solltest du unbedingt für einen Ausgleich sorgen. Für mich war Klettern ideal, weil es sich aus meiner Sicht um eines der besten Ganzkörpertrainings überhaupt handelt. Wenn du Extremsport betreiben möchtest, musst du voll bei der Sache sein. Es reicht nicht, einmal pro Woche ein wenig zu trainieren, damit sich Erfolge einstellen, musst du einige Opfer bringen. Wenn du leistungsmäßig Sport betreibst und viele Stunden beim Training verbringst, ist klar, dass dafür andere Lebensbereiche zurückstecken müssen. Während sich meine Kumpels auf ein Bier trafen, stand ich immer noch in der Kletterhalle oder stählte meine Muskeln im Fitness Center. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Zurzeit als ich sportlich besonders aktiv war, achtete ich viel mehr darauf, das Richtige zu essen als später. Klar, zu besonderen Anlässen darf es ruhig einmal deftig werden, die schnelle Pizza zwischendurch war jedoch zu dieser Zeit die Ausnahme. Ich möchte meine Zeit mit als Extremsportler nicht missen. Ich erfuhr so viel über mich selbst. Ich weiß jetzt genau, wie ich in kniffligen Situationen reagiere und wie ich mich selbst davon überzeugen kann, dass ich alles schaffe wenn ich nur genug Fokus und Energie investiere.